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Tagebuch "Der Weg der Wölfe" Expedition 2005: zu Fuß durch die Karpaten von Rumänien bis Deutschland über 2000 km.

   

12. Woche

Hier gibt es eine Liste mit Anschriften von Pensionen in der Umgebung von Rietschen, dem Ort in dem ich am 20. Juli in Deutschland ankommen werde. In Rietschen wird ein komplettes Tagesprogramm "Wolf" vorbereitet. hier klicken...

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Deutschland

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Hans (Back Up Team)                 Gunda

     

Marina                                           Sibylle

17. Juni

Olaf und Birgit sind mit Ihren Hunden Storm und Mojo nach einem gemütlichem Frühstück wieder abgefahren. Ich bin den ganzen Tag am arbeiten und warte am Landrover auf die Ankunft von Hans der das Backup Team verstärkt, Sibylle, Marina und Gunda.

Alan wandert runter ins Dorf und ich arbeite den ganzen Tag am Computer und wache über den Wagen und die Ausrüstung.

Um 12:00 hat mich der Hessische Rundfunk angerufen für ein Interview angerufen.

Um 15:15 kommt Jürgen zurück, alle sind angekommen. Es war ein langer Weg bis nach Krakau und zurück.

Unser Lager ist nach wie vor auf dem Parkplatz, keine Chance für eine Dusche oder Wäsche der Klamotten es gibt hier ja auch kein Bach oder Fluss. Wir haben genügend Wasser in den Kanistern.

Wir besprechen die Lage und die weitere Wanderroute. Wir stehen fast vor einem grossen Ballungsraum bei Ostrava und Wodzislav Slaski. Das ist eine 100% Barriere für Wildtiere. Wir können sie im Süden versuchen zu umlaufen oder eben mit dem Auto überbrücken. Mich interessiert wie dieses Siedlungsgebiet tatsächlich aussieht und ich denke für die Umgehung im Süden würde für diese Woche zu weit und zu anstrengend sein.

Das Abendessen war eine mittlere Katastrophe, angebrannt und die letzten ukrainischen Nudeln wurden zu einem puddingähnlichem Brei.

In der Nacht kommt die Polizei und weckt Jürgen der unter dem Unterstand schläft und Marina und Gunda im Zelt. Sie sind besorgt.

18. Juni

Beobachtungen: Spuren von Hirsch und Reh, Feldhase

Wir wandern entlang der Grenze westlich von Wisla an immer mehr touristischen Einrichtungen wie Sessellifte und Berghütten vorbei. Marina fragt des öfteren ob wir dort einen Kaffe trinken gehen würden, was ich aber stets verneine. Am Tagesende lagern wir auf halben Weg zum letzten 1000m Gipfel der nordwestlichen Karpaten. Unser Lager schlagen wir am Rand einer Heuwiese auf. Die Wildtierspuren werden immer weniger, allerdings ist der Boden steinig.

Es ist amüsant, ich erkläre bzw. demonstriere wie der Kochern funktioniert und wie man ein Tarp aufstellt. Alle drei haben praktisch keine Campingerfahrung. Marina und Gunda haben für meine Geschmack extrem schlechtes Schuhwerk. Wenn das Gelände schwieriger gewesen wäre hätte es ernsthaft problematisch bis unmöglich werden können. Wir haben aber eine recht einfache Woche vor uns. 

Wir hatten eine Aussicht über die letzten Hügel der Karpaten dieser Expedition und hörten vom Tal Diskomusik. In der Nacht wurde es böig und irgendwann wurde ich aufgeschreckt und konnte gerade noch aus dem Schlafsack springen (in T-Shirt ud Unterhose) um das Tarp zusichern, bevor der Wind es ganz aus der Verankerung riss. Ich machte es Sturmsicher und überprüfte das zweite Tarp von Gund und Marina.

19. Jun

Beobachtungen: Spuren von Reh

Es war nebelig was mich ärgerte, denn ich hatte gehofft, von der Spitze eine Übersicht und ein Bild von der besiedleten Ebene vor uns zu machen. Wir passierten jetzt immer öfter alte Bauernhöfe und kamen um 14:30 im Dorf an. Es war bewölkt aber warm und sonnig.

Nach einer kurze Rast fuhren wir mit den Fahrzeugen von Goleszow bis nach Gorzyce. Da es schon spät war suchten wir eine Lager an der Oder. Sehr schön und wir konnten wunderbare Kontakte mit den Einheimischen machen. Marina, Gunda und Sibylle sind da besonders aktiv. Super. Direkt neben unserem Lager lebt Anna eine 97 jährige alte Frau. Sie sprach deutsch und wir luden sie zum Abendessen ein unter dem Walnussbaum an ihrem Haus. Rosa, die sich ein wenig um sie kümmerte kam dazu. Nun wir befinden uns in Schlesien. Hier sprechen doch noch einige Leute die deutsche Sprache.

Abends, mit den letzten roten Sonnestrahlen bin ich in der Oder schwimmen gegangen. Wunderbar, ich war alleine weil keiner mitkommen wollte.

Danach habe ich mich mit dem Schlafsack auf die Wiese gelegt und die Wolken beobachtet bis ich einschlief.

Nachricht von Marina, Gunda und Sibylle: In der ersten Nacht ein polnischer Polizist vor dem Zelt. Taschenlampe, Ausweiskontrolle, Warnung vor „viele Banditos“. Heute beim kleinen Grenzübergang nach Tschechien kein Durchkommen, obwohl Peter mit Engelszungen redete. Für Ausländer nur Übergang an den „internationalen Grenzübergängen“. Also wieder ins Camp zum Back-up-Team, das überhaupt nicht mit uns gerechnet hatte. Gemeinsames Bier in der Dorfkneipe, wo wir alle von einem deutschfreundlichen Polen umarmt und geküsst wurden. Jetzt Ausklang im Camp, direkt an der Oder, mit Kirschwein und etlichen Liedern. Viele Grüße an Michi und Bekhausermoor.

 

 
20. Juni

Ich bin den ganzen Morgen auf der Suche nach geeigneten Wanderkarten ohne Erfolg. Also gehen wir am nachmittag ohne Karten los und wollen der Grenze folgen. Zunächst geht es am Feldrand ziemlich ungemütlich teilweise durh Brennesseln und Disteln. Dann entlang der Grenze gibt es Gras das vom Trakoren platt gefahren war. Mitten in der Sonne. Nach ca. 7 km kommen wir an einen Grenzposten, der auch gleich nach unseren Pässen fragt. Alle haben ihn nur ich finde meinen Ausweis nicht. Der Grenzer lacht eher darüber, als er merkt, dass wir wandern wollen bis nach Deutschland und ruft seinen Chef. In der Zwischenzeit essen wir Kirschen und stehen im Niemandsland herum. Am Ende kommt der Chef und erklärt, dass wir bisher nur die internationalen Grenzen überqueren können, aber nicht so kleine Grenzen die nur für den lokalen Verkehr gedacht sind. Trotz EU. Sie geben sich viel Mühe mir die Alternativen zu erklären. Ich rufe Jürgen an und bitte das jemand her kommt und auch gleich meinen Reisepass mitbringt. Am Ende wird klar, dass wir der geplanten Route entlang der Grenze nicht folgen können und ich entscheide, dass wir zurück zum alten Lager an der Oder fahren, denn mittlerweile ist es schon nach 17:00Uhr. Als ich zurück bin suche ich meinen Personlausweis, der eigentlich im Rucksack sein sollte. Ich finde ihn auch in meinem Portemonnaie, in einem Seitenfach, hatte es also doch dabei. Wahrscheinlich ist mein Gehirn heute überhitzt.

So ist es manchmal mit Expeditionen, mann muss zum Anfang zurück und einen neuen Versuch starten. Der kommt morgen.

 

21. Juni

Endlich wird der Auspuff und die hintere Bremsanlage am Landy repariert.

Beobachtungen: Rehe, Hasen, Spuren von Reh und Wildschwein

In der Zwischenzeit laufen wir entlang dem Oderdamm nach nordwesten. Nachdem gestrigen Misserfolg möchte ich bis nach Raciborz entlang der Oder laufen und dann nach Westen bis zur tschechischen Grenze bei Krnov. Es ist warm, aber es geht der eine etwas kühle Brise. Das erste Stück ist leicht und führt an Seen vorbei. Dann hört der Damm irgendwie auf und wir folgen Feldwegen fast pararllel zur Eisenbahnlinie. Ich würde gerne wieder an der Oder laufen und wir nehmen einen Feldweg durch duch einen Wald führt. Er führt auch bis an die Oder, leider nicht weiter und im Wald werden wir zerstochen. Wir haben nur leichtes Gepäck dabei, weil wir uns am Abend wieder mit dem Backup Team treffen wollen. Alles wieder zurück und laut Karte geht ein Stück weiter hinter dem Wald ein Weg bis an die Oder uns es sieht so aus, als ob man dort auch rüber kann. Wir finden den Weg, aber an der Oder ist wieder Schluss. Weil die Sonne brennt müssen wir jetzt in der Mittagshitze öfter pausieren im Schatten, auch für die Shira die mit ihrem Winterfell noch nicht auf diese Temperaturen eingestellt ist. wir gehen durch ein Maisfeld und sehen dabei auch ein paar Rehe und Spuren von Wildschweinen.Tja auch parallel zur Oder im Maisfeld geht es nur bis zum nächsten Bach der so überwuchert ist mit Brennesseln und Dornengestrüpp, dass wir ohne Machete hier gar nicht durch kommen würden.Also wieder alles zurück. Jetzt gehen wir wieder direkt auf die Gleise zu und machen eine Pause unter der Brücke. Das Wasser geht uns aus und wir haben schon 15:00. da es offensichtlich nicht möglich ist auf Feldwegen zum Zielort zu laufen, wandern wir ins nächste Dorf auf die Hauptstrasse. Im Schatten der Häuser pausieren wir und gehen im Laden eine Erfrischeung kaufen. Um 16:00 sollten die Bremsscheiben kommen. jetzt ist es 16:20 und ich frage nach wie es denn aus sieht. Alles schon erledigt, ohne neuen Bremsscheiben. Die alten wurden abgesclisffen. Das Backup Team gabelte uns auf und wir fuhren ins nächste Dorf zu Seen die dort waren. Super da kann man wieder baden gehen. Wir sind heute ca 21km auf Asphalt oder harten Feldwegen gelaufen. Es ist Mittsommer und wir machen ein Lagerfeuer.Ab jetzt werden die Tage schon wieder kürzer.

22. Juni

Es ist bewölkt und am morgen kurz vor dem Aufbruch regnet es etwas. da es recht kühl ist laufen wir los um den heutigen Tag wieder auf Asphalt und wenn möglich auf Feldwegen zu verbringen. Ein Wolf könnte quer durch die Felder laufen, das können wir nicht ohne eine Ladung Schrot zu riskieren. Das Problem für den Wolf wird wohl sein, dass er gar nicht bis hierher käme durch das schlesische Industiregebiet, dass wir vor drei Tagen umfahren hatten. Ein Glück dass es nicht so warm ist und so kommen wir schnell und gut voran. Wir stoppen häufig in den Dörfern um eine Erfrischung an einem Strassencafe zu holen. Die Toiletten waren der Hauptgrund. Dann sehen wir einen Nebenstrasse die auch nach führt und an einer alten Holzkirche vorbei führen soll. Die Holzkirche haben wir auch gefunden, den markierten Radweg aber nicht. irgendwann sind wir in Feldern gelandet und kamen zur Grenze. Alleridngs nur ein paar Meter, denn dann konnten wir bald einer sehr selten genutzten Bahnlinie folgen die direkt ins Dorf und dem Treffpunt mit dem Backup Team führte. Dort fanden wir ein Gartenlokal bestellten eine Cola und schickten dem Jürgen die Koordinaten wo wir uns aufhalten. Ich sagte noch, dass uns Jürgen im Park erwarten wird und nicht hier unter einem Sonnenschirm. Dem war auch so. Dann fand Jürgen erstaunlicherweise einen See in der Nähe an dem wir lagern konnten. Super selbst hier noch ein schöner Platz. 

Ausgelatscht

23. Juni

Schön ,dass am Ende einer weiteren Asphaltstrecke am Abend, übrigens wieder an einem See noch alle kreativ werden könne.

Manchmal sind wir abends kreativ und schreiben eine Geschichte als Spiel, allerdings weiss keiner was am Ende dabei heraus kommt. Viel Spass beim lesen. Die Adjektive sind willkürlich gewählt von allen Anwesenden ohne zu wissen ob und wie sie die Geschichte bereichern.

Vor gut einer Woche kamen die schlüpfrige Sibylle, Marina und Gunda in dem verwilderten Wolfswanderteam an. Sie übernachteten in mutigen Zelten auf einem volltrunkenem Platz. Nachts kam ein ungezähmter Polizist an das Zelt und sprach mit der unselbstständigen Marina die ihren verbrecherischen Ausweis zeigen musste. Der dreckige Jürgen lag ganz schmutzig in der Bushaltestelle und schnarchte stinkend. Mit dem frivolen Peter ging es dann die nächsten Tage auf eine unrasierte Wanderung, auf der die zahnlose Gunda am Berg die Puste fehlte. Trotzdem ging es immer zickig weiter, bergauf und bergab. Das emanzipierte Team, der scharfe Hans, der schlappschwänzige Alan und der lahmarschige Jürgen kümmerten sich eifersüchtig um uns. Sibylle verschwand, genau wie die Anderen mit dem lärmenden Spaten im nervtötenden Gebüsch. Marina kochte trotzig Essen, und die unverfrorene Shira sah sich alles aus der Entfernung an. Am letzten Tag kam noch die bleiche Christa dazu und brachte ätzende Kirschen mit. Der trippelnde Peter verschwand Abends mit seinem Laptop in dem klebrigen Passat. Jürgen schlief schweißtreibend in der zornbebenden Hängematte und so langsam ist an das Ende der pinkelnden Wolfswanderung zu denken.