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Tagebuch "Der Weg der Wölfe" Expedition 2005: zu Fuß durch die Karpaten von Rumänien bis Deutschland über 2000 km.

   

16. und letzte Woche

Hier gibt es eine Liste mit Anschriften von Pensionen in der Umgebung von Rietschen, dem Ort in dem ich am 20. Juli in Deutschland angekommen bin.

Hier gehts zur nächsten Möglichkeit an meinem Projekt teilzunhemen.....

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Deutschland

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Eva                                Semra                                  Cornelia

15. Juli

Die letzte Woche der Expedition hat begonnen. Anja, Amelie, Nicola und Paul haben wir nach Görlitz zum Hauptbahnhof gebracht und dort gleichzeitig Semra, Eva und Cornelia abgeholt. Da es schwül und warm war, sind alle drei gleich im See baden gegangen.

Über den Tag habe ich unterm Tarp gesessen, in der Sonne war es zu heiss um am Komputer gearbeitet.

Eigentlich wollte ich Abends noch schnell in den See, dann kam aber ein Gewitter auf. Schade.

16. Juli

Beobachtungen: Rehe, Spuren von Reh, Wildschwein

Bin heute morgen um 6:30 im See schwimmen gegangen. Wir haben heute Boleslawiec westlich passiert und sind in einen über 1000km² grossen Wald der sich bis zur deutschen Grenze erstreckt eingetreten. Der Wald wird beherrscht von Kiefern, Eichen und Birken. Manchmal finden sich ein paar Fichten und Linden. Es handelt sich überwiegend um einen Forstwald der angepflanzt wurde. Der Boden ist sehr sandig und recht gut geeignet um auch im Sommer Spuren zu finden. Unter den Bäumen wachsen viele Blaubeeren und an den Rändern der Lichtungen gibt es Himbeeren. Insgesamt ist der Wald aber recht monoton und weil flach meistens auch gut einsichtig. Da ich mir den Wald zunächst ansehen möchte sind wir nur mit leichtem Gepäck los. Campiermöglichkeiten gibt es viele, aber sauberes trinkbares Wasser keines und der Wald ist voll mit Bremsen und Mücken. Deshalb entscheide ich, dass wir die nächsten Tage die Zelte benötigen und das Backup Team das Frischwasser organisieren muss. 

Wir hatten zunächst ein Lagerplatz mitten am Weg gefunden. Bei der genaueren Durchforschung der Umgebung fanden wir 1km weiter einen überdachten Grillplatz zu dem wir dann umgezogen sind. Der Rauch vom Lagerfeuer vetrieb die Mücken zuverlässig.

17. Juli

Beobachtungen: Hirsch, Spuren von Reh, Wildschwein und Hirsch

Ein weiterer Tag über fast ebene Waldwege. Es ist für mich erstaunlich wie schnell man 15km hier laufen kann. So machen wir noch einen Bogen durch ein weiteres Dorf (Parowa), bevor wir zu den anvisierten Seen mitten in den Wäldern laufen. Als wir das Dorf erreichen schickt mir Jürgen eine SMS, dass sie die Seen nicht finden können, mitten im Wald stehen und auch tanken müssen. Ich berechne die Koordinaten und beschreibe wo die nächsten Tankstellen auf meiner Wanderkarte eingezeichnet sind. Wir kaufen am Sonntag noch Brot und ein Eis. Dieser Luxus "Eis" ist bei der Hitze und Schwüle eine willkommende Erfrischung. Schon um 14:00 erreichen wir die Seen und während Semra, Eva und Cornelia die Seen umlaufen um einen schönen Lagerplatz und eventuelle Spuren zu finden lotse ich das Backup Team mittels der aktuellen Koordinaten her.

Es gibt einige Wasservögel die sich fast alle im Schilf aufhalten. Die Seen sind künstlich angelegt und zum Schwimmen nicht geeignet. Sind komplett mit Schilf umgeben.

18. Juli

Beobachtungen: viele Wildschweinspuren, Spuren von Reh und Hirsch

Heute hatte Peter mit uns eine lange Wanderung geplant wir wollten ungefähr
22 km wandern. Ich freute mich sehr auf diese Wanderung da ich nun endlich mal
meine Kondition testen konnte. Also ging ich voller Freude los. Nach einiger
zeit wirkte der Weg nicht mehr sehr motivierend, weil man ständig grade aus
ging und man den weg immer vor Augen hatte. Aber langweilig wurde es nie, da
Peter diesmal auf die tolle Idee kam zu singen(was sehr witzig war).Schön
war auch immer die Erfrischung mit eis. Später war es dann mal interessant auf
den verschiedenen Böden zulaufen über die der weg führte. Am ende des Tages
habe ich festgestellt das ich eigentlich eine ganz gute Kondition habe.

Das war der Kommentar von Eva

Was Eva hier noch sehr moderat beschreibt war in Wirklichkeit eine Tortour unsere Beine und Gelenke auf dem harten Boden, durch eher monotone Kiefernwälder zu laufen und bei jeder Pause direkt von Bremsen und Mücken attackiert zu werden. Es war schwül warm und die Dörfer stellten eine erfreuliche Abwechslung dar. Zwischen durch gab es dann mal sandige oder weichere Stellen, die zwar für die Gelenke entlastend waren, dafür musste man am Ende des Tages auf sandigem Boden doch sehr arbeiten um sich überhaupt vom Fleck zu bewegen.

19. Juli

Beobachtungen: Reh, und viele Spuren von Wildschweinen

Es war eine kurze und leichte Strecke heute. Wir mussten nur noch bis zur Neiße laufen und konnten uns viel Zeit lassen. Die Neiße als Grenzfluss ist ca. 40m breit. Schon um 12:30 waren wir in Sanice, gegenüber von Steinbach. Wir fanden ein paar Tische und Bänke davor mit einer Weise neben einem alten Schulhaus, dass derzeit zur Pension umgebaut wird. Der Besitzer sprach deutsch und erlaubte uns hier zu übernachten. Wir konnten sogar Duschen. (siehe Bild)

Habe gerade erfahren, dass ich durch die Neiße von Sanice nach Steinbach schwimmen darf. Ich werde mich morgen folglich zwsichen 7-8:00 Uhr ins Wasser werfen und nach Deutschland schwimmen.

Am Abend kam noch die Bürgermeisterin und brachte uns noch frischen Blaubeerkuchen mit. Mit Hilfe von Dolmetschern konnten wir uns noch ca. 1 Std. unterhalten.

20. Juli

Ein kurze Nacht, denn um 5:00 sind wir alle schon aufgestanden. Wir wollten um 6:00 ohne Frühstück aufbrechen. Das Backup Team und alle anderen sind mit den Fahrzeugen über die Grenze nach Steinbach. Dort müssen die um 7:00 sein und sich mit Radio und TV zu treffen. Ich habe Jürgen die GPS Koordinaten gegeben von der Stelle, von der ich die Neiße durchqueren möchte.

Ich hab meinen Rucksack gepackt mit allem was ich sonst so dabei habe. Nach dieser langen Wanderung möchte ich diese letzte Etappe mit Rucksack meistern. Leider kann Shira nicht mit Schwimmen, weil sie zu Wasserscheu ist. Kurz nach 6:00 laufe ich mit Rucksack alleine runter zur Neiße. Ein komisches Gefühl, dass ich jetzt gleich Deutschland nach einer fast 4 monatige Wanderung und über 2000km Fussmarsch sozusagen schwimmend erreichen  werden.

Wie es so ist, es ging nicht ohne Panne. Jürgen und Hans waren an der falschen Stelle und wir hatten kaum Telephon oder Funkgerätverbindung.

Nach einigem hin und her fand mich Hans und alle kamen runter gerade gegenüber. Als der Kameramann dass ok gibt ziehe mich mich bis auf T-Shirt und kurze Hose aus und wickle den Rucksack ins Tarp als Wasserschutz. Eine völlig neue Verwendung für das Exped Tarp "Extrem".

Zunächst seile ich den Rucksack zur Neiße ab. Am Ufer ist es sehr schlammig und mit dem ersten Schritt ins Wasser versinke ich bis zum Knie im Morast und Schlamm. Faulende Düfte steigen aus dem Schlamm auf. Das Wasser ist recht warm und ich schwimme den Rucksack hinter mir herziehend durch den Fluss. Die Strömung musste ich mitberechnen um auf der anderen Seite an der richtigen Stelle anzukommen. Immer im Bewusstsein, dass im Moment jeder Schwimmzug gefilmt wird. Erst jetzt beim schreiben fällt mir ein, dass ich geschickter Weise die Schnur mit dem Rucksack mit den Zähnen festhalten hätte sollen. Dann hätte ich auch gescheit schwimmen können.

Nach der Überquerung haben wir zunächst gefrühstückt und dann sind Semra, Eva, Cornelia und ich mit Shira die letzten 15km nach Rietschen im Eilschritt gelaufen. Wir wollten ankommen, wenn möglich vor 12:00. Ich wollte unbedingt noch die Kinder begrüssen, leider kamen wir dann doch zu spät. Kurz vor Rietschen traf ich aber noch auf eine Gruppe mit Kindern aus dem Kindergarten und wir konnten ein kurzes gemeinsames "Wolfskonzert" anstimmen.

Kurz nach 12:00 kamen wir nun mit müden Beinen vom sehr schnellen gehen am Erlichthof in Rietschen an. Lieb gewonnen bekannte Gesichter kamen nach Rietschen zum Ende einer langen und schönen aber auch anstrengende Expedition. Stephan und Kathrin, Martin und Mona, Dorothee, Anja und Amelie.

Am Abend habe ich dann, mit ein paar schnell zusammengestellten Bildern über die Expedition erzählt. Zum ersten mal konnte ich jetzt auch die traditionelle rumänische Kleidung aus der Maramuresch vorführen.

Jetzt mal ein paar Worte vom Jürgen

Ich möchte mich zuerst bei Peter bedanken für die Möglichkeit am Weg der Wölfe teilzunehmen. Es war eine grosse Herausforderung für mich, die mir sehr viel Spass gemacht hat. Ich hatte die Gelegenheit, viel von der Kultur der Länder zu erfahren, die wir durchqueren konnten. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erleben. Habe viele herrliche Landschaften gesehen. Ich komme sicher wieder. Die eigenen Grenzen zu erfahren, über Monate dem Wetter trotzen, den richtigen Weg und abends ein gutes Camp zu finden hat viel Spass gemacht. Genau wie die vielen Tage und Abende mit unseren Ökovoluntären. Hier habe ich viele Freunde gefunden, Freundschaften die sicher halten werden.

Es war toll mit Euch allen

Jürgen

 

Ich möchte hier  zum Abschluss meinen allerherzlichsten Dank an Jürgen und Alan ausdrücken. Beide haben sich über 4 Monate mit aller Kraft und Kreativität mit ihrem Scharm und Einfühlungsvermögen zu 150% für das Gelingen dieser unseren Expedition eingesetzt. Es war sicherlich nicht einfach und wahrscheinlich haben beide oft genug darüber nachgedacht warum sie sich diese Bürde freiwillig ohne Bezahlung aufgelastet haben. Sie haben durchgehalten, alle Teilnehmer schwärmen von der warmherzigen und geduldigen Betreuung durch Jürgen und Alan und auch vom Hans der das Backupteam ab Polen unterstützt hat.

Es liegt mir sehr am Herzen mich auch bei allen Teilnehmern zu bedanken, auch wenn ich die eine oder andere Ausrüstung kritisiert habe. Ihr alle habt mir geholfen diese Expedition zu Fuß zu meistern und zu finanzieren. Denn ohne Euch wäre niemand gelaufen.

Mein Dank gilt ebenso für die Sponsoren die mich mit der entsprechenden Outdoor Ausrüstung unterstützt haben.

Marmot war verantwortlich für die Kleidung und Zelte und den warmen Schlaf,

Primus für die Kocher und meine nächtliche Erleuchtung,

Exped für den erholsamen Schlaf auf allen Untergründe, den Tarps und den unentbehrlichen Wanderstöcken.

Meindl war für den sicheren und trockenen Tritt verantwortlich

X-Socks war für den Erhalt meiner Füße in einem wanderfähigem Zustand verantwortlich.

Nicht zuletzt konnten wir viele Schneepassagen nur mit Hilfe der Schneeschuhe von Atlas meisten.

Ohne Euch hätte ich dieses Projekt nicht durchführen können.

Vielen, vielen Dank an alle

Peter

Liebe Jana, auch Dir möchte ich Danken, dass Du Dich so für mein Projekt eingesetzt hast und mich mit meinem Projekt so nett mit deinem charmenten Lachen willkommen geheissen hast (obwohl ich längere Ziet nicht geduscht habe) und Dich für die Sache Wolf so einsetzt.

Das Ziel und das Ende dieses Tagebuches. Die Projektarbeit zu den vielen verschiedenen Projektbausteinen wird jetzt im Detail fortgesetzt und mit weiteren Berichterstattungen im Internet präsentiert.

Wer bei den nächsten Expeditionen dabei sein möchte kann sich schon jetzt vormerken lassen. Als Expedition steht eine ca. 6 wöchige Strecke durch die Karpaten in West- und Südrumänien an und eine ca. 2-3wöchige Strecke von der Slowakei bis kurz vor Wien. Im Moment geplant für 2006.

Aber auch an den anstehenden wissenschaftlichen Arbeiten kann man teilnehmen. Dazu werde ich bald entsprechende Informationen veröffentlichen.

Ich freue mich auch über jeden "Teilnehmer" der mein Projekt und meine Arbeit im Internet verfolgt und somit auch zum gelingen des Projektes "Der Weg der Wölfe" beiträgt.

 

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