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Tagebuch "Der Weg der Wölfe" Expedition 2005: zu Fuß durch die Karpaten von Rumänien bis Deutschland über 2000 km.

   

3. Woche

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Deutschland

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15. April

Klaus ist angekommen. Er sollte gestern Abend um 21:00 in Sighisoara abgeholt werden. Es gab ein paar Probleme, z.B. drei platte Reifen am Passat. Sie kamen heute morgen kurz vor 7:00 an.

Ich habe den Vormittag am Komputer gearbeitet und telefoniert. Also nichts besonderes. Am Nachmittag haben wir versuchet mit dem Landrover für Fotos zur Wetterstation im Osten vom Kalimangebirge hochzufahren. Der Schnee auf der Forststrasse war aber so tückisch mit brüchigen Eisplatten, dass wir gar nicht weit kamen. Also haben wir die drei tägige Tour von Samstag bis Montag vorbereitet.

16. April

Beobachtungen: Fuchs

Da ich nicht die geplante Tour über den Kamm machen kann, sind wir zur Westseite des Kalimangebirge gefahren. Dort können wir den Kamm umgehen. Es regnet als wir ankamen und unsere Rucksäcke schulterten.

Eine lange Forststrasse brachte uns in die Wälder und ins Gebirge. Am Anfang kamen wir an einer Mine vorbei, dann wurde es einsamer und schöner. Wunderschön. Etwas anstrengend wurde es als wir im Schnee laufen mussten. Auf einer Alm konnten wir unser Lager aufschlagen und hatten eine herrliche Aussicht. Wir haben nur die Tarps mitgenommen.

17. April

Beobachtungen: Spuren von Wolf, Luchs

Es hat gefroren in der Nacht, aber es ging ganz gut zu fünft unter den Tarps. Jetzt kam der erste anstrengende Teil im Tiefschnee hoch auf den Sattel 1400m und dann rüber zu den nächsten Almen. Leider mussten wir auch die 1800m hohen Spitze auslassen. Nach nur 7,5km Wanderung (Luftlinie) haben wir unser nächstes Lager aufgeschlagen. Es wurde stürmisch und regnete. Wir hatten die Tarps auf einer Seite offen mit Aussicht. Um 22:00 blies der Wind genau in die Öffnung des zweiten Tarps und riss einige Heringe heraus. Klaus, Thilo und Markus stellten es um. Dann haben bei Tarps die Nacht überstanden.

18. April

Beobachtungen: Bärenspuren, Luchsspuren, Wolfsspuren; eine Luchlosung die noch frisch genug war um sie einzusammeln

Es sind auf direktem Weg nur ca. 7,8km zum Basiscamp. Wir benötigten aber den ganzen Tag. Ein super schöner Weg. Überhaupt stimmt die Wanderkarte vom Kalimangebirge mit den Wegen überein, und die Wege sind gut markiert. Dazu gibt es noch GPS Koordinaten. Sehr gut. Der Weg wurde länger als erwartet. Im Winter fallen immer wieder Bäume um, die quer über den Wegen liegen. Die mussten wir alle übersteigen oder unten durchkriechen. Kalimangebirge ist geschafft und die Füsse sind müde.

? 19. April

Ich musste nach Varta Dornei zur Verwaltung des Nationalparks Kaliman. Dort habe ich den Direktor des Nationalparks getroffen der sehr hilfsbereit war und mir noch ein Kopie der Wanderkarte aus dem Rodna Gebirge organisiert hat. Gleichzeitig habe ich mit den Leuten der Bergwacht gesprochen die ganz klar gesagt haben, dass noch jede Überquerung der Hauptkämme sehr gefährlich sei.

Es ist sehr nebelig und von der schönen Landschaft sieht man nicht viel. Am Abend fahren Thilo und ich in den Wald und stellen seine Kamerafalle auf. Denn wir hatten am Vortag ja viele Bärenspuren gesehen. Wir bleiben die ganze Nacht draussen. Die Kamera hat 4 mal ausgelöst. Was wir fotografiert haben bleibt bis zur Filmentwicklung in Deutschland ein Geheimnis, auch für uns.

20. April

Beobachtungen: viele Wolfspuren und ältere Losungen, eventl Luchsspuren und Bärenspuren, Hirschspuren

Da ich das Rodna Gebrige nicht überqueren kann, entscheide ich mich dafür zunächst eine zwei tägige Tour auf der westlichen Flanke zu machen. Wir müssen dazu ein gutes Stück fahren. Wir starten im Regen auf einer matschigen Forststrasse. Um 16:00 kommen wir auf dem Sattel an und es regnet wieder heftig. Eine Holzhütte steht dort und wir stellen uns unter. Sandra und Klaus sind mitgekommen. Markus hat mittlerweile seit einigen Tagen Magenprobleme und blieb beim Auto. Die Schuhe von Sandra und vom Klaus beginnen schon aufzuweichen und wir wollen den Regen abwarten. Es wurde spät und ein Gewitter zog auf. Der Platz überall stand gut 1cm unter Wasser und war sehr matschig. Folglich mussten wir uns entscheiden in dieser Schutzhütte zu übernachten. In der Nacht regnete stürmte es sehr heftig und das Gewitter entlud sich direkt über uns. Es war aber eine Wanderung mit schönen Eindrücken. 

21. April

Beobachtungen: Wolfspuren, Dachspuren, Hirsch und Reh und Wildschweinspuren

Es ist nebelig und wir steigen im leichten Regen auf 1450m auf. Wieder kommen die Schneeschuhe uns zu Gute. Ohne wäre es schwer geworden. Schneeglöckchen und Krokusse auf der nächsten Almwiese aber wegen des schlechten Wetters sind alle Blüten geschlossen. Eine wunderschöne Wanderroute für die wir insgesamt ca. 6 Stunden benötigen. Leider fängt es wieder an stark zu regnen und die Schuhe von Sandra und Klaus durchweichen zusehends. Meine Ausrüstung hält dicht. Nasskaltes Wetter ist das unangenehmste Wetter für Wanderungen. Wir versinken fast in Schlamm und Matsch als wir das Lager erreichen.