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Tagebuch "Der Weg der Wölfe" Expedition
2005: zu Fuß durch die Karpaten von Rumänien bis Deutschland über 2000 km.

6. Woche
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Rumänien |
Ukraine |
Slowakei |
Polen
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Deutschland |
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Woche 1 |
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6 |
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6. Mai Beobachtungen:
Wolfsspuren und Losungen auf dem ganzen Kamm
Ich stehe schon früh
auf und versuche erneut ins Internet zu kommen. Schaffe es gerade so eben
ein paar Emails zu schicken und zu lesen. Wir wollen heute eine drei tägige
Tour starten. Es scheint die Sonne und die
frischen Frühlingsfarben leuchten. Alan und Maria bleiben am Lager alle
anderen kommen mit und begleiten Thilo und mich ein Stück. Doch wir rennen
den Pfad zu den oberen Wiesen viel zu schnell. In schweiss gebadet kommen
wir an. Dann geht es über den Kamm wieter. Jürgen, Stephan und Kathrin
kommen bis gegen 11:30 mit und dann laufen Thilo und ich weiter. Immer noch
höher auf den Kamm dem wir folgen wollen. Es wurde sehr anstrengend, denn
wir mussten ständig 50-80 Höhenmeter steil rauf und auf der anderen Seite
wieder runter. Um 16:00 Uhr sagt Thilo dass er keine Kraft mehr hat, wir
sind aber eh am Tagesziel angekommen und lagern zwischen Krokussen am Rand
eines Schneefeldes und haben eine super Aussicht. Doch Regenwolken kommen
auf. Wir sind oberhalb von Buchenurwälder
die zum Nationalpark gehören. |
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7. Mai Beobachtungen:
Schwarzstorch, Wiedehopf, Marder, Wolfsspuren und Losung, Siebenschläfer
Wir mussten wegen dem starken Wind der drehte das Tarp
auf allen Seiten ganz runter ziehen. Der Morgen war nebelig, aber das Wetter
wurde wieder besser. Es fehlte ein wenig die Sonne, wir hatten aber einen
schönen Blick auf die Urwälder die sich auf beiden Seiten über die Täler und
Hügel erstreckten. Eine Wegelose Wildniss.
Um 12:30 erreichen wir den letzten Hügel dieser Kette und schauen auf das
Tal runter in das wir absteigen müssen. Thilo stöhnt, denn wieder mussten
wir diese kräftezerenden steilen Wege rauf und runter gehen. Wir entscheiden
uns dazu, dass wir noch heute absteigen weil wir doch sehr schnell waren.
Ein Abstieg durch diese urwüchsigen Buchen Weistannenwälder. Wunderbar. Auf
dem Weg runter finden wir noch einen Siebenschläfer der am Boden lag und
noch nicht richtig wach war. Ich nahm ihn und legte ihn in eine Baumhöhle in
die er sofort reinkroch. Unten im Tal
mussten wir eine improvisierte Brücke überqueren. Alle anderen Brücken waren
von den Überschwemmungen zerstört. Ein gefährliches Abendteuer und Shira
musste ich tragen. Die Holzplanken waren teilweise morsch. Das Backup Team
erwartete uns schon auf der anderen Seite und alle hatten ihre Kameras
gezückt. |
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8. Mai Das Kindercamp.
Wir lagerten in einem Seiten Tal am Dorfende gegenüber von einigen
Bauernhäusern. Wir waren sofort umzingelt von neugierigen Kindern. Es ist
unser Ruhetag. Aber ein regnerischer Tag. Ich saß wie üblich fast den ganzen
Tag im Wagen und arbeitete am Komputer. Die Kinder kamen und schauten mir zu,
weil im Lager selbst nicht viel los war.
Die nächste Strecke musste ich planen, sie ging
über vier Tage und sollte ein Test für die Koordination mit dem Backup Team
werden. Die bislang längste Strecke an einem Stück. |
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9. Mai Beobachtungen:
viele Wildschweinspuren
Wir starten wo wir vorgestern die Tour beendet
hatten mit leichtem Gepäck. Kathrin und Stephan kommen mit. Wir müssen von
400m auf einen 1350m hohen Hügel und wieder runter. Auf der anderen
Seite wollten wir den Jürgen treffen der uns die schwere Ausrüstung und
Lebensmittel dort hin fuhr. Trotz einiger Wolken und kurzer Regenschauer ein
schöner Tag durch einen uhrig gewachsenen Buchenbestand. Von der Spitze
hatten wir eine tolle Rundumsicht. Kurz nach 14:00 waren wir unten und
trafen Jürgen und Thilo der uns ab hier begleiten wollte. Wir sattelten
unsere Rucksäcke und mussten fast quer den sehr steilen Wald
500m wieder hoch laufen. Sehr anstrengend. Die nächsten Tage sollen über
einen Kamm gehen bis auf fast 1600m hoch. Auf ca. 900m Höhe fanden wir eine
Lichtung und bauten unser Tarp auf. Thilo und ich suchten ein Quelle. In der
Nacht regnete es. |
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10. Mai Beobachtungen:
Wolfsspuren und Losungen, Dachsspur und Fuchs, ein paar Wildschweinspuren
Sichtweite 50m Nebel. Wir sind mitten in den
Wolken. Thilo ist frustriert weil er ständig auf Sonne hofft und wir
meistens schlechtes Wetter haben. Bis um ca. 14:00 hatten wir nur Nebel,
Regen und Graupel. Ich versuchte Wölfe zum Heulen zu motivieren, bekam aber keine Antwort.
Hinweis: Die Welpen sind jetzt 1-2 Wochen alt. In
der Zeit heulen Wölfe sehr ungern.
Wir fanden aber fast auf dem gesamten Kamm Spuren
von Wölfen. Die Wälder unter uns, wir waren zwsichen 1000-1300m hoch
erschienen unendlich. Der Weg wurde lang und wie es bei Kammwanderungen
üblich ist rauf, runter und meistens steil. Der Weg wurde lang und länger. Wir machten
gerade Pause und hatten endlich Sonne und Aussicht als Jürgen mir eine SMS
schickt, dass er wie geplant oben auf dem Kamm angekommen ist. Am Treffpunkt mit
frischen Lebenmittel für die nächsten zwei Tage. Ich erkenne schnell, dass es
noch ein weiter Weg sein wird, und die Kondition und die Motivation
eventuell nicht mehr bis zum Treffpunkt reichen wird. Um ca. 16:00 Uhr
schicke ich Jürgen eine SMS ob er uns entgegen kommen kann. Wir laufen noch
bis zu einem Weg, auf dem Jürgen wieder runter ins Tal kann und warten noch
knapp eine Stunde bis er kommt. Kathrin ist müde und ihr Fuss schmerzt,
Thilo hat keine Lust auf Regen und beide sagen, dass sie mit Jürgen runter
gehen. Jürgen kommt und bringt Gute Laune und Essen mit. Super. Wir schlafen
drüber. Jürgen steigt wieder ab. |
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11. Mai Bebachtungen:
Wolfsspuren
Es ist nebelig. Thilo der auch Bilder in den
Dörfern machen will und soll steigt ab. Kathrins Fuss hat sich erholt und
Stephan und Kathrin kommen mit. Es wird ein nasser und kalter Tag.
Sichtweite konstant unter 50m. Es regnet, hagelt und schneit je höher wir
kommen. Am Anfang geht es wie üblich steil rauf und runter, dann wird es
etwas gemässigter. Ich muss ständig das GPS mit den neuen Koordinaten
füttern um die richtige Richtung halten zu können. Der Weg wäre so schön,
doch das Wetter ist gegen uns. Wir sind noch ca. 1.3km vom 1580m Gipfel
entfernt und ich erwähne, das ich eigentlich noch einen letzten steilen
Anstieg erwarte. Da kam er schon, und wie steil und lang auf rutschigem
Schnee bei starkem nasskaltem Wind. Es gab mehrere Wege und ich musste immer
dafür sorgen, dass ich im Nebel in Sichtweite von meinen beiden Weggefährten
bleibe. Zwar hielten unsere Regensachen den Regen zum grössten Teil draussen,
wir schwitzten aber so stark, dass man kaum länger im kalten Wind stehen
bleiben konnte ohne sehr schnell auszukühlen. Wir schaffen es rauf und
geniessen den kurzen Augenblick die letzte Schokolade zu essen. Dann gehen
wir schnell wieder runter soweit bis der Schnee aufhört und übernachten auf
ca.1300m Höhe. Wir kriechen in unsere Schlafsäcke, begnügen uns nur mit
Brot, Wurst und Käse. Die zwei Tarps bauen wir als Tunnel mit einer flachen
Öffnung auf. Ein Tarp als Unterlage eines drüber als Dach. Keiner hat
Lust bei dem Wetter rauszugehen und zu kochen. Luftlinie sind wir 19km
gelaufen. Ich bin stolz auf Kathrin und Stephan die trotz Knieprobleme und
heftigem Geschnaufe diese Strecke mit mir bewältigt haben. |

Ich werde die Karten später (wenn ich in Deutschland
bin) im lesbaren Formaten hochladen. Hier ist die 4 Tagetour. |
12. Mai Es wurde still
am morgen und ich lugte aus dem Schlafsack. Viel weiter als bis 20m vor das Tarp
konnte ich nicht sehen. Nebel. Aber noch etwas, alles war vereist. Das Grass
ist erstarrt, die nassen Schuhe hatten einen Eispanzer, die Regentropfen auf
dem Tarp sind gefroren. Erst gegen 7:30 schälten wir uns aus dem Schlafsack
und stiegen in die kalten Schuhe. Die Regensachen waren steif und noch
feucht. Alles andere hatten wir in der Nacht im Schlafsack am Körper
getrocknet. Aber es regnet nicht mehr. Der Anblick ist eigentlich
wundeschön, wenn man nicht in die Kälte aus dem Schlafsack müsste. Ich
schmelze den gefrorenen Schnee für den Tee und bereite das Frühstück vor.
Doch während dieser Zeit steigt der Nebel und nach und nach sehen wir
nun endlich etwas von usnerer Umgebung. Die Sonnenstrahlen lassen das Eis
sehr schnell schmelzen. Bald sind die Wolken so hoch, dass wir die Berge
und Täler frei sehen können. Wir steigen ins Tal ab, gehen durch ein Dorf
(die Namen er Dörfer muss ich mir noch übersetzen lassen). Die Sonne
scheint, uns schmerzen zwar die Beine und Füße aber ansonsten geht es gut.
Der lange Abstieg und die harte Dorfstrasse macht meinen Füssen zu schaffen.
Wir müssen das Dorf durchqueren und überwinden einen einen weiteren 750m
Hügel. Um 16:30 kommen wir in dem sehr ursprünglichem Dorf an, dort wo der
Treffpunkt mit Jürgen vereinbart war. Er wartet schon aus uns und bringt uns
ins Lager. |
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