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Tagebuch Bären im April 2007
3.April Sebastian ist gestern Abend mit ca. 2,5 Stunden Verspätung angekommen. Heute bin ich mit ihm dann in die Pension, in der Markus, Simone, Constantin und Werni warten. Bis etwa um 11:00 habe ich die anstehende Arbeit erklärt und noch ein paar Bilder vom letzten Jahr gezeigt. Da es am regnen war, sind wir nicht wie geplant erst zu den Wölfen, Poiana und Crai sondern gleich zu Telemetrie übergegangen. Kaum das wir im Zielgebiet waren fing es an zu schneien. Im Schneegestöber sind wir einen Hang hoch um von weiter oben ein Signal zu bekommen. Von der Strasse hatte ich kein Signal. Von oben dann auch nicht. Durch den Wald ging es wieder runter dann kam die Sonne. Da wir von der Strasse noch immer kein Signal hatten, bin ich nach Brasov gefahren um mir einen Testsender zu holen. Es könnte ja sein, dass mein Kabel oder die Antenne kaputt ist. War aber alles in Ordnung. Also ist der Bär nicht dort, wo er sein sollte (im ganzen Winter war) oder steckt in einer Höhle und ist deswegen schwer zu orten oder der Sender hat einen Defekt. In der kommenden Nacht werden wir abwechselnd Wache halten und darauf hoffen, dass plötzlich ein Signal zu hören ist. 4. April Kein Signal, während der gesamten Nacht. Eigentlich merkwürdig und ich vermute, dass mit meinem System etwas nicht funktioniert. Immerhin benutze ich einen Empfänger der schon etliche Jahre und viel Feldeinsatz auf dem Buckel hat, zudem war der Akkupack leer und beschädigt. Erst nach einer Reinigung und einem neuen Akkupack konnte ich den Empfänger wieder Betriebsbereit machen. Allerdings funktioniert die Spannungsanzeige nicht. Ich konnte bisher den Sender nicht über große Entfernungen testen. Mit dem Testsender geht es ja. Bisher konnte ich noch keine aktuellen Satelitten Daten erhalten um festzustellen wo sich Carbuneara tatsächlich aufhält. Gegen 9:00 kommen Werni und Constantin. Wir klettern nochmals in den Berg, diesmal aber eine Etage höher als gestern. Eine schöne recht leichte Wanderung da ich einen fast unkenntlichen Pfad entdecke der tatsächlich in Serpentinen hochführt. Unterwegs können wir Rehe und Hirsche beobachten und einen Waldkauz. Oben liegt Schnee, hauptsächlich alter Schnee überzogen mit eine dünnen Schneeschicht von gestern. Wir entdecken sehr bald Spuren von einem Bären. Allerdings sind die Spuren ausgeschmolzen und nicht sehr frisch. Spuren von jungen Bären entdecken wir nicht. Die würden vermutlich auch auf der angefrorenen Schneedecke laufen können ohne einzubrechen. Frische Spuren und alte Losungen von Wölfen finde auch und jede Menge Spuren von Hirschen und ein paar Spuren von Wildschweinen. Nur ein Signal bekommen wir nicht. Wir befinden uns praktisch dort, wo sich die Bären aufhalten sollte und in der Nähe des Gebietes in der ihr Überwinterungsquartier vermutet wird. Wir gehen in Brasov Essen und fahren danach nach Racadau um erstens zu überprüfen ob einer der vermissten Bären mit normalen Halsbandsender wieder aufgetaucht ist und um festzustellen wie der aktuelle Stand der Dinge ist. Die Müllcontainer waren nicht gelehrt, einen Bären haben wir bis gegen 23.30 nicht gesehen und ebenfalls kein Signal empfangen. Wir kehren zurück und campieren auf Wiesen die etwas höher liegen außerhalb von Zarnesti. Von dort haben wir einen tollen Überblick über den westlichen Teil der Ebene zwischen Kronstadt bis Zarnesti und Bran. Außerdem kann ich auch von hier testen ob die Bären Carbuneare „Zuhause“ ist.
5.April Am frühen morgen fahre ich schnell zu mir nachhause. Auf dem Rückweg zum Lagerplatz entdecke ich Blacky, Shiras Bruder. Blacky ist kurz bevor ich nach Rumänien kam weggelaufen, weil man versucht hat ihn anzubinden. Blacky kam sofort zu mir und ich nehme ihn mit. Er hat sich absolut vorbildlich benommen. Heute fahren wir gleich nach Brasov und organisieren einen zweiten Empfänger. Allerdings fahren wir zur Tigaia. Das ist die Bären, deren Sender schon im November ein Mortalitätssignal gesendet hat obwohl sie laut den Satelliten Koordinaten aktiv war. Ersten möchte ich wissen, wie die Schneesituation aussieht und zweitens möchte ich feststellen ob wir den Bären finden und wenn ja wo. Seit Ende Januar gibt es keine Satteliten Koordinaten mehr. George hat aber ein Mortalitätssignal aus der selben Ecke bekommen, als er vor etwa einer Woche selber oben war. Für meinen Renault Laguna eine Forststrasse auf der ich schon aufpassen muss. An einer zerstörten Brücke geht es nicht mehr weiter. Wir marschieren los immer dem Tal folgend bis auf etwa 1200m Höhe. In dem engen Tal liegt Schnee. Ab hier müssten wir einen sehr steilen Hang hoch klettern, direkt durch den Wald. Es liegt allerdings so viel nasser Schnee, dass ein solcher Anstieg kaum möglich ist, bzw. nur nach dem Motte 2 Schritte hoch und 1,5 Schritte wieder runter rutschen. Wichtig, wir haben ein Signal, mit beiden Empfängern. Wir kehren um, und wollen in einigen Tagen den Aufstieg von einer anderen Seite probieren. Markus hat erhebliche Probleme mit seinem Knie, durch einen alten und kürzlich wiederholten Unfall beim Snowboarden. Abends essen wir nochmals in Kronstadt und schauen nochmals nach den Bären in Racadau. Nichts. Diesmal übernachten wir wegen Blacky bei mir zuhause.
6.April Constantin und Werni sind heute wieder dabei. Wir gehen zur Carbuneara mit beiden Empfängern. Ein Signal habe ich schon gleich zu Anfang, aber nur mit dem zweiten Empfänger. Ich teste nochmals alle Kabel und stelle ersten ein defektes Kabel fest und zweitens, dass der alten Empfänger die Frequenz der Carbuneara ganz offensichtlich nicht empfangen kann. Heute möchte ich feststellen ob Bären und Carbuneara zu dem Anfütterungsplatz am Ende des Tales geht. George hat mir erzählt, dass der Jagdverband dort derzeit Bären anfüttert. Erstens um zu verhindern das die Bären im Frühjahr wenn noch nicht viel Nahrung zu finden ist in die nächsten Dörfer zu marschieren, zweitens um die Bärenpopulation zu schätzen und die Bären auszusuchen die für die Jagd bestimmt sein sollen. Solchen Fütterungsplätzen sollte man sich nur mit aller größter Vorsicht nähern, denn nicht selten sind Bären oder Wildschweine auch am Tag in der Nähe. Auf dem Forstweg haben wir dann auch schnell ganz frische große Spuren von Bären finden können. Ein Signal von einem besenderten Bären gab es in dem Tal nicht. In der Nähe des Fütterungsplatzes gab es keine Anzeichen dafür, dass ein Bär oder Wildschweine in unmittelbarer Nähe sind, wohl aber, dass hier jeden Nacht wohl einige Bären herkommen. Shira, meine Hündin die schon recht erfahren ist und Blacky den wir heute mitgenommen haben geben keine Anzeichen. Vorsichtig schauen wir uns um. Neben Aas gibt es Mais und ein spezielles Futtergranulat. An solchen Stellen kann es schon mal zu Auseinandersetzungen zwischen Bären und Wildschweinen kommen. Der Ausgang einer solchen Auseinandersetzung kann für beide tödlich sein. Ein großes Wildschwein (in den Karpaten bis 359kg) ist durchaus ein sehr ernstzunehmender Gegner für einen Bären. Zurück an den Fahrzeugen gehen wir nochmals ein Stück zur Carbuneara rauf. Sie ist in der oberen Waldregion, oberhalb der Pferde.
7.April Heute wollen wir nochmals zur Tigaia gehen. Diesmal von der anderen Seite. Da Blacky stark humpelt und ich von einer anstrengenden Wanderung ausgehe, lasse ich ihn zuhause. Alleine schon die Fahrt in einem normalen PKW über die Forststrasse ins Zielgebiet kostet mich einige Nerven, denn diesmal gibt es tiefere Schlaglöcher die mit Wasser gefüllt sind und immer mehr Schnee, der am schmelzen ist. Doch am Ende komme ich sogar weiter als gedacht und parke den Wagen an einer ungeräumten Forststrasse. Genau von dort können wir losmarschieren zum Sattel und von dort entlang des Kammes bis wir oberhalb der Tigaia sind. Allerdings wandern wir auf einer recht instabilen Schneedecke die Teilweise fast 1m tief ist. Schon gleich auf der Forststrasse finden wir Bärenspuren und Losungen. Auf dem Kamm finden wir im Gegensatz zum Sommer fast keine Spuren von Reh, Hirsch oder Wildschwein. Dafür gibt es Spuren von Bären, Wölfen und vom Fuchs. Insgesamt ist es recht warm und der Schnee schmilzt schnell. Nach 2 Stunden durch Schnee stehen wir genau über dem Talende, aus dem wir das Signal empfangen von der Tigaia. Wie im November ein Mortalitätssignal. Übrigens genau aus der selben Stelle. Wenn der Sender in diesem steilen Tal ist, kann es sein, dass eine GPS Ortung des Senders via Satteliten gar nicht möglich ist. Auf jeden Fall noch immer Mysteriös. Der Rückweg zum Auto wird fast beschwerlicher als der Hinweg, weil der Schnee jetzt so weich ist, dass man noch öfter tief einsinkt oder rutscht. Am Auto machen wir eine Esspause. Auf der Rückfahrt kommt uns ein Quadfahrer entgegen. Die enge Strasse ist rutschig vom Eis und mit Rillen durch das ablaufende Wasser extrem uneben. Der Quadfahrer hat größte Mühe Rückwärts ein Stück zu einer breiteren Stelle zu fahren. Eigentlich schaffte er es erst, als wir alle schieben. Mit den Winterreifen auf meinem Renault habe ich dagegen gar keine Probleme die selbe Stelle zu passieren. Na ja, ein Quad ist halt für Schlamm und Matsch aber nicht für Eis und Schnee geeignet. Am Abend hole ich Ruben vom Bahnhof ab.
8.April Heute machen wir einen ganz gemütlichen Tag und besuchen Poiana und Crai an der Wolfshütte und sind am Nachmittag beim Gigi in der Pension zum traditionellem Lammessen eingeladen.
9. /10. April Wir kümmern uns an beiden Tagen um die Carbuneara. Wir überprüfen die Spuren im Schnee und setzen uns für mehrere Stunden ganz still in den Wald auf einen Pfad und warten ab. Die Bären ist seitlich von uns im höher gelegenen Hang ziemlich inaktiv. Es ist so warm, dass man im T-Shirt sitzen und warten kann. Nur wenn die Sonne von Wolken bedeckt wird, merkt man, dass wir noch keinen Sommer haben. Nach einiger Zeit kommt ein Fuchs auf uns zu. Als er den Mechanismus der analogen Kamera hört bemerkt er uns und ist husch wieder weg. Mir gelingt es aber ein halbwegs scharfes Bild mit meiner neuen Digitalkamera zu machen.
11.April Heute möchte George versuchen den Sender der Carbuneara mit Hilfe des Fernauslösers zu entkoppeln. Diese Sender haben einen Mechanismus der es ermöglichen soll, die Sender per Fernbedienung zu öffnen, sodass man sie wieder einsammeln kann, ohne die Tiere erneut fangen zu müssen. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das ganze etwas anders aus. George hatte schon Probleme bei den Bären die zu den Müllcontainern kommen mit diesem System. Hier konnte er bis auf wenige Meter an die Bären heran. Am Ende musste er die Bären betäuben um ihnen die Sender wieder abnehmen zu können. Da wird man noch einiges an Entwicklung investieren müssen, denn es hat bisher bei keinem Senderhalsband funktioniert. Bei einer Bären wie der Carbuneara wird diese Aktion jetzt deutlich komplizierter und gefährlicher. Erstens geht diese Bären im Moment nicht in die Täler runter, schon gar nicht an irgendwelche Müllcontainer oder Müllplätze, zweitens ist das Gelände sehr unübersichtlich. Drittens haben wir sehr bald mit so starken Reflexionen der Signale zu kämpfen, dass eine normale Telemetrie ohne Tricks nicht möglich ist. Mit George ist noch ein weiterer Rumäne mit einem Gewehr dabei zur Sicherheit. George übernahm die Telemetrie und wir versuchten so nah wie möglich an die Carbuneara zu kommen. Max. 200m Entfernung, besser weniger oder auf Sichtweite. George ist ein guter Feldarbeiter und scheut keine Anstrengung. Mit den starken Reflexionen war er aber überfordert, da er keine ausreichende Erfahrung damit hat. Das ist zugegebener Weise auch extrem schwierig und mit den uns zur Verfügung stehenden Geräten eigentlich nur zu meistern wenn man sehr viel Erfahrung hat. Hier konnte ich mit meiner jahrelangen Erfahrung mit rein akustisch operierenden Telemetriegeräten aushelfen. Die Signale kamen praktisch aus allen Richtungen, und aus zwei genau entgegengesetzten Richtungen etwas stärker. Ich konnte ihm die Richtige Position sagen, aber es war praktisch aussichtslos hier nahe genug heran zu kommen. Wir waren zwar weniger als 200m vom Bären entfernt (die Sattelitenkoordinaten bestätigten es später) aber die Fernauslösung funktioniert wie erwartet nicht. In jedem Fall ein aufregender Tag. Die Alternative ist, die Bären mit einer Falle zu fangen was aber nicht ganz einfach ist, weil sie bisher nicht runter gekommen ist, vermutlich Junge hat und es hier viele andere Bären gibt. Sie müsste auf jeden Fall angelockt werden. Abends sind wir wieder in Brasov und schauen nach den Bären in Racadau. Gegen Mitternacht sieht Markus endlich seinen ersten Bären in freier Wildbahn, wenn auch in der Stadt, anstatt im Wald. Darauf hatte er lange gewartet, und promt stehen alle neben sich.
12.April Heute entscheiden wir uns für eine Wanderung auf einem Kamm zwischen Piatra Craiului und dem östlichen Ausläufern der Fagarascher Berge. Eine alte Route die ich früher gelegentlich mit den Reisegruppen gegangen bin. Hier gibt es praktisch eine Garantie für Bärenmarkierungsbäume und Spuren. Es ist super schönes Wetter und nur auf dem Forstweg im oberen viertel liegt etwas Schnee uns später auf einer Wiese. Wir stossen sowohl auf Bären als auch auf Wolfsspuren. Dazu viele Spuren von Hirschen und vom Wildschwein. Von oben telemetriere ich nochmals die zwei verschwunden Bären Elena und Profa ohne Erfolg. Ich wollte mir diese Strecke anschauen um festzustellen, ob es sich lohnt hier unter Umständen mit dem Kamerateam in der letzen Woche hoch zu gehen. Ruben fotografiert, motive für seine Kunstwerke.
13.April Heute muss ich Markus zum Flughafen nach Bukarest bringen. Ruben und Sebastian machen eine eigene Wanderung von Zarnesti nach Bran und von dort zur Pension von Herrmann und Katharina Kurmes in Magura. Gleichzeitig treffe ich in Bukarest Christian und die beiden rumänischen Kameraleute. Um 15:30 sind wir zurück in Zarnesti. In der kommenden Woche nutze ich die Pension von Mosorel in Zarnesti. Diese Pension ist nach dem neuen ökotouristischem Zertifizierungsprogramm ausgezeichnet worden. 14.April Am früher morgen bringe ich Sebastian zur Busstation in Brasov. Von dort fährt er zurück nach Stuttgart. Ruben fährt ebenfalls heute zurück, allerdings mit dem Zug. Mit dem TV Team treffe ich mich in der Stadt für die ersten Filmaufnahmen. Zufällig beginnen auch die Brasover Tage uns so entstehen die ersten aufnahmen wie ich gemütlich über den Marktplatz schlendere und mir das Kulturprogramm anschaue. Am Nachmittag kommen Tobias und Frank aus Deutschland an. Ich fahre mit beiden zunächst nach Zarnesti um die Sachen abzuladen und dann machen wir eine erste Exkursion in Racadau bei Tageslicht. Bei allen Aktivitäten wird in dieser Woche das TV Team dabei sein. Wir gehen den kurzen Hügel hoch auf den Kamm hinter den Müllcontainern und finden jeden Menge an Bärenlosung mit Plastikmüll drin. Sehr gefährlich für die Bären, die ganze Plastiktüten fressen und einen Darmverschluss bekommen können. Das ist ein sehr qualvoller Tod. Am Abend und in der Nacht treffen wir uns mit Ramon der dafür sorgt, dass wir hier filmen dürfen. Bis Mitternacht bleiben wir, bevor wir vor Müdigkeit kaum noch die Augen offen halten können. Ein Bär kam nicht. 15.April Heute wollen wir nochmals zur Carbuneara schauen. Sie war weit unten nur knapp 200-250m von der Talstrasse und unserer Position entfernt. Das Wetter verändert sich. Wir wandern die Talstrasse weiter auf der Suche nach Spuren. Auf dem Weg zum Anfütterungsplatz finden wir wieder frische Bärenspuren. Shira hat schon die Nase in der Luft, ist aber ansonsten ganz ruhig. Als wir uns sehr vorsichtig dem Fütterungsplatz näher liegt dort eine ganz frische Bärenlosung (Kot). Ich mach nur kurz eine Bemerkung, dass wir uns später darum kümmern werden. Als wir gerade am Rand zur Lichtung mit dem ausgelegten Aas befinden und ich zunächst stehen knurrt die Shira und stellt die Haare auf. Das ist der Grund, warum ich mit Hund arbeite. Ich stoppe sofort alle und wir ziehen uns ein Stück zurück. Aus meiner Erfahrung mit der Shira, weiß ich, dass sie sehr aufmerksam ist. Entweder war kurz vor uns ein Bär hier, oder er befand sich noch in direkter Nähe. Es könnte sich allerdings auch um ein Wildschwein handeln, was ich aber weniger bei vollem Tageslicht vermute. Ich nehme noch eine Probe von der Losung und schaue mir noch einen Markierungsbaum an. Dann ziehen wir uns komplett zurück. Es ist nicht ungefährlich sich einer Nahrungsquelle zu nähern, die von einem oder gar mehreren Bären genutzt wird. Bären könnten auf die Idee kommen diese zu verteidigen. So machen auch Tobias und Frank gleich am Anfang schon entsprechende Erfahrungen im Umgang mit Bären.
16.April George war letzte Woche bei der Tigaia um ebenfalls an den Sender zu kommen ohne Erfolg. Er hat mich gebeten mitzukommen, damit wir zu zweit suchen können. So ging es heute nochmals zur Tigaia. Der Schnee von letzter Woche ist zum großen Teil schon weggeschmolzen. Wir sind diesmal einen steilen Hang direkt durch den Wald hoch, dort wo ich vermutet habe, dass wir wenn überhaupt erst oben am Waldrand auf Schnee stoßen werden. So war es auch, und dann ging es nur noch leicht bergan. Wir begannen sofort mit der Suche mit zwei Sendern. Ich habe nicht auf die Uhr geachtet, aber es waren sicherlich 2 Stunden Suche. Wir beide vermuten, dass Tigaia entweder tod ist, oder den Sender verloren hat. Wir konnten zwar das Gebiet in dem der Sender sein muss sehr stark eingrenzen, aber wegen dem teilweise tiefen Schnee und den vielen herumliegenden Bäumen haben wir nichts finden können. Ich habe sogar die Baumkronen abgesucht. Das hat uns beide geärgert, jedenfalls muss George wohl warten bis der Schnee weg ist und dann nochmals suchen gehen. Das wird frühestens in 2 Wochen der Fall sein. Wir haben heute in der Bärenhütte der Universität im Garcintal übernachtet.
17.April/ 18.April Um 9Uhr waren die Kameraleute, die nicht hier übernachtet haben wieder da und wir sind zur Carbunarea gefahren. Nochmals haben wir versucht mit Hilfe der Fernbedienung das Halsband zu öffnen. Leider war Carbunarea zunächst schon weit oben und wir mussten mit der Kamera einen steilen Hang hinaufkrabbeln. Als wir dann oben waren, war ihr Signal plötzlich verschwunden. Zunächst dachten wir, es sei wieder der Empfänger der ja gelegentlich der Meinung ist, er müsse jetzt eine Empfangspause einschieben. Nach einigen Minuten wurden wir skeptisch, und es stellte sich heraus, dass die Bären lediglich über den Kamm auf die andere Seite gewandert ist. Dort war sie für uns nun unerreichbar und wir mussten abbrechen. An beiden Abenden haben wir nochmals versucht die Bären in Racadau zu filmen, diesmal zumindest mit einem Teilerfolg. Ein Bär kam herunter.
19.April Während Tobias, Frank und ich am Vormittag zu Poiana und Crai fahren, ist Christian mit den Kameraleuten in Brasov für einige zusätzlichen Interviews. Gegen 13:00 Uhr wollen wir uns beim Bärenauffangzentrum der Christina Lapis direkt vor Zarnesti treffen. Heute werden hier zwei Bären in ihr neues Gehege frei gelassen und wir dürfen dabei sein. Diese Bären wie die anderen in dem Gehge auch stammen aus illegalen Gefangenschafften. Einer der Bären wurde an einem Restaurant zur Show für die Gäste in einem engen Käfig gehalten. Das ist in Rumänien nicht legal. Nach einer Eingewöhnungsphase dürfen die zwei Bären jetzt zu den anderen in ein grosses Gehege. Auf jeden Fall eine dramatische Verbesserung der Lebensumstände für diese Bären. Am Abend schauen wir nochmals, wo die Carbunarea ist. Und jetzt um 17:00 ist sie weit unten. Leider zu spät um die rumänischen Kollegen zu rufen. Ich gebe diese Informationen allerdings weiter und wir beraten wo am besten der Käfig aufgestellt werden könnte, mit dem man jetzt versuchen will Carbunarea zu fangen.
20.April Heute ist der letzte Wandertag. Christian ist mit dem Kamerateam gestern abgereist. Wir machen eine Wanderung mit schöner Aussicht und finden unterwegs noch Spuren eines grossen Bären, der auch nach Wurzeln gegraben hat. Ein schöner Ausklang dieser 3 spannende Wochen.
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